Was ist Digital Literacy?

Ein Set von Fähigkeiten, um Transformation zu gestalten.

Diese Fähigkeiten scheinen oft schwer zu greifen, weil sie als soziale oder persönliche gelten. Dabei sind sie keine “Soft Skills” sondern harte Digitalisierungs-Kompetenzen. Besonders für einen sicheren und selbstbestimmten Einsatz von künstlicher Intelligenz sind diese Fähigkeiten essenziell.

Der Schlüssel liegt, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Lesekompetenz: Denn wer im Umgang mit Sprache und Textverstehen geschult ist, kann diese wichtigen Future Skills erlernen und einüben.

Das hat sich in der Praxis bewiesen, und die Forschung zur Rhetorik der Digitalisierung bestätigt es: Denn die digitale Kultur arbeitet mit generativen Mustern, die sich auf ein Sprachmodell gründen.

Es lohnt sich, in diesen Fähigkeiten geschult zu sein:

Kompetenzen, die man erlernen kann und üben muss.

Mit dem Einsatz digitaler Technologien üben wir uns nicht mehr regelmäßig in der präzisen Gestaltung von Beziehungs- und Bedeutungsgeflechten: Ein Like reicht um sich mitzuteilen, in Filterblasen gibt es keinen Widerspruch, und Wissen ist über das Netz oder KI Tools jederzeit abrufbar. Digitale Technologien übernehmen menschliche Aufgaben, und deshalb sind wir effizienter und müssen nicht so viel eigene Gedankenkapazität aufwenden. Das ist praktisch und an sich auch überhaupt nicht problematisch, aber wie ein Muskel, den man nicht ständig benutzt, lassen auch diese Fähigkeiten nach, wenn wir nicht im Training sind. Beim Einsatz von KI lagern wir die wertvollste Fähigkeit an die Maschinen aus, die wir als Menschen besitzen: Unsere Intelligenz. Die Fähigkeit also, zwischen den Zeilen zu lesen, Beziehungen zwischen Gedanken und Kontexte zu erzeugen.

Eine einmalige Schulung reicht nicht aus, wenn es um solche kulturellen Kompetenzen geht. Wenn diese ihre Wirkungsmacht entfalten sollen, müssen sie kontinuierlich trainiert werden. Sowohl individuell als auch in der Gruppe.

Denn Kultur kann man nicht coden.

Das, was Menschen miteinander verbindet, entsteht gerade nicht durch das Befolgen von festgelegten Regeln (Code). Sondern über menschliches Handeln und die Aussagen, die unsere Gemeinschaft prägen. Daraus entsteht der kulturelle Kontext: Das, was für uns gemeinsam Sinn ergibt, was uns wahr erscheint und uns Orientierung gibt.

Digitale Transformation ist deshalb nie nur eine IT- oder Technik Aufgabe. Transformations-Projekte – der Übergang zu Code-basierten Prozessen – sind Kultur-Projekte. Das ist paradox, und gerade deswegen leicht gesagt, aber schwer umgesetzt. Das sieht man zum Beispiel daran, dass agile Projekte scheitern oder Konflikte in hierarchisch geprägten Unternehmen verursachen, wenn der Wandel nicht konsequent im Zwischenmenschlichen begleitet wird. Erfolgreiche und nachwirkende Transformationen brauchen gemeinsames Lernen und Erfahrungsaustausch, aufrichtige Führung und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und das eigene Verhalten zu hinterfragen und anzupassen.

Besonders “AI-Literacy” erfordert “Human Intelligence”.

Generative Systeme, die genau das übernehmen, was menschliche Intelligenz sonst tut, sind die nächste Stufe der digitalen Transformation. Digitale Daten sind nicht mehr nur Repräsentationen von analogen Eingaben, sondern werden aus den dahinterliegenden Sprachstrukturen scheinbar neu erzeugt.

Deshalb ist es umso wichtiger, Sprache und Textverstehen zu erlernen und einzuüben. Denn sie sind die Grundlagen, mit denen generative KI selbst arbeitet. Wer mithalten will, muss nicht nur technisch und sachlich begreifen, wie KI-Agenten, Prompts oder Skills funktionieren oder miteinander vernetzt werden können. Sondern sich in genau den menschlichen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten üben, auf die es ankommt, um sie sinn- und werterzeugend und selbstbestimmt zu steuern und zu gestalten.

Wir wollen dazu in den Austausch kommen, gemeinsam lernen und die Anwendung der Forschungsergebnisse zur Rhetorik der Digitalisierung erproben.

Was wir suchen

Wir suchen nach konkreten Fragestellungen und gemeinsamen Projekten, um nachhaltig wirksame Trainingsprogramme für Future Skills und KI Literacy aufzusetzen.

Praxis-Bezug

Wir möchten mit Stakeholdern der digitalen Transformation in den Austausch kommen. So können wir die Bedürfnisse besser verstehen und gemeinsam passende Produkte entwickeln.

Austausch

Wir suchen Menschen, die sich mit den gleichen Fragestellungen wir wir beschäftigen und Lust haben, Partnerschaften zur Erforschung und Gestaltung der digitalen Kultur einzugehen.

Netzwerk

Was wir anbieten

Wir leiten aus der Forschung zur digitalen Kultur Konzepte und Orientierung ab, für Partner:innen aus Wirtschaft, Bildung und Politik.

Literacy-Transfer

Wir entwickeln gemeinsam Antworten und Strategien auf die Herausforderungen der digitalen Transformation und der KI-Transformation.

Beratung

Durch Vorträge, Gespräche oder moderierte Workshops zur Weiterbildung von Teams und Führungskräften zur digitalen Transformation und zum KI-Enablement.

Impulse

Was ist das Besondere an unserem Ansatz?

Wir können Kulturpoetik. Textwissenschaft kann generative Muster erkennen und verstehen – und das ist die Kernkompetenz für die digitale Transformation.

Die Validierung unserer praktischen Erfahrung durch die wissenschaftliche Arbeit zur digitalen Kultur. Wir erforschen die Digitalisierung nicht nur, sondern haben selbst zahlreiche digitale Initiativen in die Tat umgesetzt.

Denn Digital Literacy ist kein Soft Skill. Sie ist Lesekompetenz, die man erlernen kann und üben muss.